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Montag, 19. Januar 2015

{Rezension} Stephen King – Menschenjagd

Beschreibung:


Im Jahre 2025: Wer in dieser Zukunft an Geld kommen will oder muss – und das muss Ben Richards dringend, denn seine Tochter braucht teure Medizin und einen Arzt – darf entweder nicht seinen Job verlieren – Was bei Richards allerdings der Fall ist – oder aber muss sich beim Games Network System für die Teilnahme bei einer der zahlreichen Free-Vee-Shows qualifizieren.

Menschenjagd. Das ist das bestbezahlte, aber auch bei weitem gefährlichste Spiel, das das Network zu bieten hat. Nur wenige sind „qualifiziert“ genug, um dort teilnehmen zu können. Es hat in 30 Jahren Menschenjagd noch keinen Überlebenden gegeben.

Die Regeln sind einfach: Der Gejagte muss es schaffen, 30 Tage außer Reichweite des Jagdkommandos, einer extra dafür eingerichteten Institution, zu überleben. Für jede Stunde in Freiheit werden der Familie des Teilnehmers 100 Neudollar überwiesen. Sind die 30 Tage geschafft, gibt’s den Hauptgewinn von 1 Milliarde Neudollar. Brave Bürger, die den Gejagten nachweislich gesehen haben und dem Jagdkommando Bescheid geben, werden ebenfalls entlohnt, in den allabendlichen Übertragungen wird auch noch ordentlich gegen die Kandidaten aufgehetzt. Und als wäre das nicht schlimm genug, ist der Gejagte gezwungen, jeden Tag zwei Mal zehn Minuten Filmmaterial von sich aufzunehmen und per Post an das Games Network zu schicken – kommen keine Aufnahmen, werden die stündlichen Überweisungen eingestellt.
Den Gejagten steht es frei, sich überall frei zu bewegen, am besten natürlich unter Codenamen und verkleidet, um die eigene Identität zu wahren.

Die Jagd scheint von Anfang an aussichtslos, doch schafft Ben Richards es immer wieder, die Jäger zu täuschen, und scheut dabei keine Mühen, so raffiniert wie möglich wieder und wieder ungeschoren – oder wenigstens nur angeschoren – davonzukommen.
Immer mit dem Ziel vor Augen, dass jede Stunde in Freiheit Geld für seine Familie bedeutet….

Persönliche Meinung:

Die Bevölkerung ganz klar in Ober- und Unterschicht geteilt, mit Free-Vee unterhalten, dafür großteilig arbeitslos; Stephen King stellte sich in den 80ern so die Welt im Jahr 2025 vor. Wie viele seiner tragisch endenden Romane ist auch dieser unter dem Pseudonym Richard Bachman verfasst; King meint dies keineswegs als Autorenverschleierung; Bachman ist vielmehr die andere Seite der Münze seiner selbst.

Das Buch hat mich trotz seiner sehr kurzen Kapitel sehr begeistert. Richards ist ein überaus cleverer Kerl und sehr sympathisch, man leidet mit ihm und spürt die liebe zu seiner Familie.
King schafft hier eine skrupellose und menschenverachtende Welt, die mich schockiert hat. Menschen die dem Fernsehen alles glauben, die töten, nur um die Massen zu belustigen. Sich am leid anderer erfreuen. …
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Obwohl das Buch 1982 in Amerika erschien, ist das Thema keineswegs veraltet. So weit sind wir wohl von dieser Zukunftsvision nicht weg.
Eine sehr glaubhafte Dystopie, die wirklich sehr gelungen ist.


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