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Freitag, 15. Juli 2016

{Rezension} Neal Stephenson - Amalthea

Klappentext:

05:03:12 Weltzeit. Die Stunde Null. Nach der Explosion des Mondes wütet über Jahrtausende ein Meteoritensturm, der die Erdoberfläche in eine unbewohnbare Wüstenei verwandelt.

Um die Menschheit vor der Auslöschung zu bewahren, schicken die Nationen der Erde eine Flotte von Archen ins All. Der Asteroid Amalthea, der ursprünglich zu Forschungszwecken an die internationale Raumstation angedockt worden war, soll der Kolonie als Schutzschild dienen.

Doch das Leben im Weltraum fordert einen hohen Tribut, und die meisten Menschen sterben. Schließlich sind nur noch sieben Frauen - die sieben Evas - übrig, um eine neue Zivilisation zu begründen.

5000 Jahre später existieren zwei Völker:
Die Nachfahren derer, die die Katastrophe auf der Erde überlebt haben, sind primitive Siedler; die sieben Stämme der Nachkommen der Sieben Evas sind hingegen hoch kultiviert - und sie machen sich auf, die Erde zu kolonialisieren ...

Persönliche Meinung:

Dieser Klappentext klingt  so gut. Ich habe wirklich gehofft, hier in eine ganz andere atemberaubende neue Welt abzutauchen. Doch hier ist der Inhalt und auch der Schreibstil so unterirdisch schlecht, dass dieses Buch nun zu dem schlechtesten Roman gehört, den ich je in Händen gehalten habe. Neue Maßstäbe sind gesetzt!

Die ganze Geschichte besteht aus ständigen richtig in die Länge gezogenen wissenschaftlichen Beschreibungen, die aber so geschrieben sind, dass der Leser (jedenfalls ich) nur - wenn überhaupt - die Hälfte versteht.

Es gibt relativ wenig Interaktion, einige Protagonisten und viel, viel mehr Beschreibungen, die den Lesespaß komplett zerstören.

Aufgrund der hohen Seitenzahl war für mich von Beginn an klar, dass ich mir die Geschichte von Detlef Bierstedt vorlesen lasse. Aber er liest so, dass das alles sehr monoton und zugleich irgendwie lustlos klingt, obwohl er sich wirklich bemüht allen Protagonisten eine Persönlichkeit zu geben und Emotionen rüberzubringen. Was ihm aber nicht gelingt und dem Ganzen nochmal eins draufsetzt. (Auf Amazon gibt es eine Hörprobe)

Nach knapp 300 Seiten (8,5 h Hördauer) habe ich mich dazu entschlossen, dieses Buch nicht zu beenden. Es hätte einfach keinen Sinn und würde meine Meinung auch nicht ändern.

Ich bedanke mich trotzdem ganz herzlich beim Manhattan-Verlag, dass mir dieses Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt wurde und entschuldige mich zugleich auch dafür, dass ich es an dieser Stelle leider abbreche.


Kommentare:

  1. Kann dir nur zustimmen!
    Nach 100 Seiten weiß ich schon, warum das Buch über 1000 Seiten hat: Es ist mit technischem Geschwafel aufgeblasen. Dabei einerseits so detailverliebt – z.B. bei der Orbitalphysik - , als würde der Autor beweisen wollen, wie viel er weiß und recherchiert hat. Andererseits werden wichtige Fakten und viele technische Erklärungen nur oberflächlich und so nebenbei und oberflächlich erläutert, z.B. die Grundprämisse des ganzen Romans: Warum explodiert der Mond?

    Das Tech-Gebrabbel hemmt den Verlauf der Story immer und immer wieder und der Autor vergisst darüber vollends menschliche Aspekte: Die Charaktere sind äußerst flach und soziologische, persönliche und auch philosophischen Hintergründe gibt es nur sehr sparsam.

    So ist das Buch bei all der Länge äußerst zäh und unbefriedigend zu lesen, immer am Rande davon, es einfach halbgelesen wegzulegen. Ein dem Autor verpflichteter und nicht den Verkaufszahlen gewogener Lektor hätte das Buch um mindestens die Hälfte gekürzt.

    Endgültig wird einem der Spaß am Buch verleidet, weil der Klappentext am Anfang des Buches ein einziger Spoiler ist: In knappen Worten wird ¾ der Story erzählt!

    Wie kann Denis Scheck so etwas empfehlen und der Roman den Kurd-Laßwitz-Preis erhalten? Mich hat der Name Neil Stephenson zum Kauf verleitet, weil ich z.B. Snow Crash und The Diamond Age mit Genuss verschlungen habe. Ich hätte einfach meiner mir selbst gesetzten Regel vertrauen sollen, Ziegelstein-Bücher zu meiden.

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  2. Es freut mich nun sehr zu lesen, dass ich nicht die Einzige bin, die das so empfindet.
    Vor allem, da ich auf Amazon bereits Kritik kassiert habe, weil meine Meinung so ausgefallen ist, wie sie hier steht ...

    Ich danke Dir!

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